Was bedeutet Reisen
Reisen

Was bedeutet Reisen für mich?

Eine interessante Frage, die Christian von Travelography da bei seiner Blogparade stellt.

Was bedeutet Reisen für mich?

Zuallererst möchte ich festhalten, dass Reisen für mich nicht mit Urlaub gleichzusetzen ist.

Urlaub reicht mir nicht mehr.

Zum Reisen kündige ich regelmäßig Jobs und Wohnungen und verkaufe die spärlichen Besitztümer.

Reisen in der Planungsphase

In der Planungsphase bedeutet Reisen für mich Überleben.

Ich kann die Tage im Büro aushalten, weil ich weiß, dass es bald wieder losgeht.

Ich kann das Aufstehen jeden Morgen durchziehen, weil jeder Tag mich näher an die Reise bringt.

Ich kann den Stau gelassen sehen, weil jeder Meter Richtung Abflug geht.

Ich kann nervige Mitmenschen anlächeln, weil sie bald aus meinem Leben verschwunden sind.

Ja, ich frage mich manchmal, warum ich mir diese Phasen überhaupt noch antue und nicht ewig reise.
Bisher habe ich leider noch nicht den Job gefunden, der mir das Reisen unterwegs finanziert.

Reisen in der Aufbruchphase

Die wenigen Tage, die ich mir immer zwischen Job und Abflug gönne, sind reiner Nervenkitzel.

Nichts erinnert so sehr an das fiebrige Weihnachtsgefühl als Kind, wie diese paar Tage. Alles ist ungewiss. Angst und Unsicherheit machen sich breit. Mir ist permanent schlecht vor lauter Vorfreude! 

Mit jeder Reise wird die Panik weniger, aber die Nervosität lässt niemals nach. Während der Aufbruchphase bin ich in meiner Zwischenwelt. Die Zwischenwelt ist verlassen, wenn der letzte Schlüssel abgegeben ist. Schlüssellos zu sein ist ein Wahnsinn!

Reisen in der Flugphase

Plötzlich ist der Tag des Abflugs da! Ich bin völlig ruhig und entspannt.

Wenn die Familie am Flughafen verabschiedet ist, dann geht es für mich los. Nach Pass- und Sicherheitskontrolle betrete ich meine Welt.

Am Reisen liebe ich das Gefühl alleine an Flughäfen zu sein. Ich kaufe mir immer eine Handcreme und schlendere durch die Duty-free Geschäfte. Ich beobachte andere Reisende – Frieden macht sich in mir breit.

Niemand, der irgendetwas von mir will oder der mich vollquatscht oder nervt. Hier bin nur ich mit mir und bin entspannt.

Reisen in der Ankommensphase

Das Flugzeug landet, die Passagiere steigen aus und ich lasse mir Zeit. Jede Sekunde ist reiner Genuß!

Tempel auf Bali

Wenn ich aus dem Flugzeug draußen bin, dann erlebe ich den ersten Geruch des fremden Landes. Ich schließe immer für ein paar Sekunden meine Augen und schnuppere kurz.

Warme Luft umhüllt meinen Köper, ich fühle mich sicher und gleichzeitig bin ich gespannt ob der neuen Abenteuer, die auf mich warten.

Amed

 

 

 

 

 

 

Die Wochen und Monate, in denen ich reise, bedeuten für mich Freiheit, zu tun was ich will. Kompromisslos kann ich durchziehen, wonach mir der Sinn steht. Ich muss mich nur vor mir selbst rechtfertigen.

Ich begegne interessanten Menschen, die manchmal mein Leben völlig verändern. Sie lehren mich Yoga und vegetarische Ernährung, Tauchen und Motorradfahren, mit den Händen essen und ganz neue Sichtweisen.

Ich treffe Menschen, die ticken wie ich und fühle mich endlich verstanden.

Gili Travangan

Ich lerne andere Kulturen kennen und kappiere, dass unsere Lebensweise vermutlich doch nicht der einzig richtige Weg ist.

 

Krishna Chai in Bundi

 

 

„Wenn Reisen umsonst wäre, dann würdet Ihr mich nie sehen!“

Verfasser unbekannt (Quelle Spruch des Tages)