Allergie Kind
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Allergie beim Kind: Leidet Dein Nachwuchs unter Heuschnupfen und Co.?

Meine Tochter entwickelte im letzten Winter einen merkwürdigen Ausschlag an den Oberarmen. Kleine weiß Pusteln erscheinen dort in unterschiedlichen Abständen. Letztes Jahr juckten sie stark, sodass sie sich nachts oft blutig kratzte. Mittlerweile ist durch die Pickelchen keine Einschränkungen mehr, außer dass die Haut dort extrem trocken ist.

Aufgrund der genannten Problematik beschäftigte ich mich viel mit Allergien bei Kindern. Meine Erkenntnisse teile ich gerne mit Dir.

Welche Unverträglichkeiten kommen bei Kindern besonders häufig vor?

Ja, auch Kinder sind von Allergien betroffen. Insgesamt betrifft das Phänomen 16 % aller Kinder und Jugendlichen. Im Rahmen der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts zeigten sich folgende Ergebnisse:

Dazu gesellen sich Nahrungsmittel- und Innenraumallergien.

Welche Allergie auftritt, hängt auch stark mit dem Alter des Kindes zusammen.

Babys und Kleinkinder bis drei Jahren leiden häufig unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Neurodermitis. Zwischen drei und zwölf Jahren dominieren Heuschnupfen und Asthma (Inhalationsallergien). Jugendliche bis 18 Jahre sind meist von Kreuzallergien betroffen. Lag beispielsweise bereits eine Birkenpollenallergie vor, kann es in diesem Alter eine Kreuzreaktion mit Kern- und Steinobst geben.

Was löst Allergien aus?

Hast Du bereits eine Unverträglichkeit, legst Du Deinem Nachwuchs ein erhöhtes Allergierisiko in die Wiege. Kinder, bei denen ein Elternteil Allergiker ist, haben zu 30 % auch eine Unverträglichkeit. Sind Mama und Papa betroffen, steigt der Anteil auf 60 %.

Grundsätzlich besitzt aber ein Großteil der Allergiker-Kinder keine erbliche Vorbelastung. Unverträglichkeiten können beispielsweise auch durch Umweltfaktoren und Lebensstil beeinflusst werden. Den äußeren Einflüssen wird eine Rolle bei der Allergieentstehung eingeräumt, weil in den westlichen Ländern ein deutlicherer Anstieg an Unverträglichkeiten erkennbar ist, als im Rest der Welt.

Fast die Hälfte (41 %) aller Kinder weisen mindestens gegenüber einem Allergen eine Sensibilität auf. Sie haben bisher noch keine Allergie entwickelt, das könnte aber im Umgang mit der betreffenden Substanz passieren.

Gerade, weil wir uns viel in geschlossenen Räumen aufhalten, ist der Kontakt mit Hausstaubmilben hoch. Auch Allergieauslöser in Möbeln, Bodenbelägen und Spielsachen wirken so über viele Stunden auf die Kinder ein. Gerade, wenn ein Kind unter Hausstauballergie leidet, dann ist ein sauberes Umfeld wichtig. Es darf allerdings auch allzu steril zugehen.

Die Kleinen brauchen den Kontakt mit Bakterien, Viren und anderen Erregern, damit sie ein starkes Immunsystem entwickeln können. Reinigungs- und Putzmittel stehen ebenfalls im Verdacht, Allergien auszulösen. Hauptverdächtige bei den Inhaltsstoffen von Bodenreiniger, Fensterspray und Badputzmittel sind die sogenannten Isothiazolinone, die als Konservierungsstoffe dienen.

Es besteht auch der Verdacht, dass bestimmte Stressfaktoren, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung ursächlich für Unverträglichkeiten sein könnte.

Liegt eine Allergie beim Kind vor, dann sind es meistens Hausstaubmilben, bestimmte Lebensmittel, Tierhaare und Pollen, die eine unerwünschte Reaktion auslösen.

Welche Symptome zeigen betroffene Kinder?

Die Symptome hängen von der jeweiligen Allergie ab.

  • Heuschnupfen: Juckreiz der Augen, in der Nase, im Mund- und Rachenraum, häufiges Niesen, laufende oder verstopfte Nase, rote, tränende Augen, Reizhusten, pfeifende Atemgeräusche, Erschöpfung
  • Neurodermitis: Stark juckende Haut, gerötete und/oder verkrustete Stellen, nässende Ekzeme.
  • Lebensmittelunverträglichkeit: Blähungen, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Ausschlag, Schwellungen, Gewichtsschwankungen, Nesselsucht.
  • Asthma: Anfälle mit Atemnot, eher in der Nacht und morgens, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, trockener Reizhusten, Husten mit zähem, glasigem Schleim, der sich nur sehr schwer abhusten lässt, Atemgeräusche pfeifend oder brummend.
  • Insektengiftallergie: Schwellungen vor allem im Gesicht und am Hals, Ausschlag, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Kreislaufzusammenbruch.

Allergien verlaufen unterschiedlich. Es ist nicht zwingend, dass Dein Kind alle Symptome aufweist. Es gibt auch leichte und schwerere Verläufe. So kann beim Asthma auch nur ein Reizhusten vorliegen.

Wie findest Du heraus, ob Dein Kind eine Allergie hat?

Beobachte Dein Kind. Weist es einige der genannten Symptome auf? Gerade, wenn Husten und laufende Nasen im Spiel sind, besteht eine Verwechslungsgefahr zwischen Allergien und Erkältungen. Allerdings dauern Erkältungen normalerweise nur zwischen einer Woche und zehn Tagen. Bei längeren Beschwerden könnte eine Unverträglichkeit vorliegen. Ist Fieber im Spiel, dann kannst Du normalerweise eine Allergie ebenfalls ausschließen.

Egal, was der Grund für die lang andauernden Beschwerden ist, solltest Du mit Deinem Kind zum Arzt gehen.

Ganzjährig auftretende Symptome sind eher ein Zeichen für Lebensmittel-, Tierhaar- oder Hausstaubunverträglichkeiten. Pollenallergien treten saisonal auf. Wann welche Pollen unterwegs sind, erfährst Du im Pollenflugkalender.

Im Internet findest Du Allergietests, die Hinweise auf allergische Atemwegserkrankungen geben. Ein solcher Test ist beispielsweise bei klarify.me veröffentlicht. Ich persönlich finde es spannend einen solchen Test mitzumachen. Er kann durchaus eine erste Einschätzung geben. Dennoch möchte ich Dich ausdrücklich davor warnen, Dich nur auf Aussagen aus dem Internet zu verlassen. Sie können nie die Diagnose durch einen echten Mediziner ersetzen.

Fundierte Allergiestests stellt Dir ein Allergologe aus. Es gibt sowohl HNO-Ärzte als auch Allgemeinmediziner und Kinderärzte mit der Zusatzqualifikation. Bei Kindern und Erwachsenen wenden Allergologen den sogenannten Pricktest an. Dabei werden unterschiedlichste allergieauslösende Substanzen auf die Haut gegeben. Meistens wird die Innenseite der Unterarme dazu verwendet. Danach wird die Derma mit einer Nadel fein eingeritzt, damit die Stoffe besser eindringen können.

Die Einstiche mit der Nadel sind unangenehm, weshalb der Pricktest normalerweise nur bei Kindern über vier Jahren zum Einsatz kommt. Darunter wird eher eine Blutentnahme zum Zwecke des Allergietests durchgeführt.

Bei Allergien mit verzögerten Auslösern, also wenn die Reaktion erst Stunden nach dem Kontakt mit einer bestimmten Substanz auftritt, eignet sich der Patchtest. Dafür klebt der Arzt dem Kind Pflaster mit Allergieauslösern beispielsweise auf den Rücken. Das Kind kommt nach einer vereinbarten Zeitspanne (meistens am nächsten Tag) wieder in die Praxis. Der Mediziner nimmt die Pflaster ab und sieht, wo es zu Schwellungen oder Rötungen gekommen ist.

Wie kannst Du Allergien beim Kind behandeln?

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Liegt bei Deinem Nachwuchs eine Allergie vor, besprich die Behandlung unbedingt mit dem Fachmann. Es empfiehlt sich nicht, bei einer vorliegenden Überempfindlichkeit gegen bestimmte Substanzen, selbst herumzudoktern.

Wichtig ist, dass der Kontakt zwischen dem Kind und den Allergieauslösern so gering wie möglich gehalten wird. Ansonsten kann sich der Zustand verschlechtern. Aus einem Heuschnupfen könnte sich Asthma entwickeln etc. Wie die Umsetzung genau erfolgt, hängt von der jeweiligen Allergie ab.

Du kannst bestimmte Lebensmittel vermeiden, aber den Pollen entkommst Du wahrscheinlich nicht komplett. Die Frage, ob Ihr Euch von einem Haustier trennen müsst, wird ebenfalls am besten ganzheitlich beantwortet. Hier sollten verschiedenste Möglichkeiten besprochen werden.

Binde Dein Kind in die Behandlung ein. Erkläre auf eine kindgerechte Art, was los ist und was die Allergie bedeutet. Gerade, wenn die Symptome schwerwiegend sind, wird das Kind schnell verstehen, dass es ihm besser geht, wenn es beispielsweise Milchprodukte weglässt. Sprich mit Deinem Sohn oder Deiner Tochter, selbst, wenn sie noch sehr klein sind. Sie werden zumindest an Deinem Ton und Deiner Energie bemerkten, dass Du sie uns ihre Beschwerden ernst nimmst, aber kein Grund zu Panik besteht.

Hat Dein Kind eine Allergie? Wie habt Ihr sie entdeckt und wie gut hat die Behandlung bisher funktioniert?