Elterngeld im Ausland - Titelbild
Reisen

Elterngeld im Ausland

Seitdem unsere Tochter im September 2015 geboren wurde, sind wir bereits mehrfach für längere Zeit im Ausland unterwegs gewesen. Während dieser Reisen haben wir verschiedene finanzielle Leistungen vom Deutschen Staat erhalten. Ich habe beschlossen eine Reihe auf meinem Blog zu starten, in der ich die wichtigsten Infos zu Elterngeld, Kindergeld und Landeserziehungsgeld mit Euch teile. 

Falls Ihr auch plant mit Eurer Familie eine längere Auszeit zu nehmen, dann hoffe ich, dass Euch die Informationen weiterhelfen können. Wenn Ihr Fragen habt, dann meldet Euch bitte gerne jederzeit bei mir.

Ich möchte aber darauf verweisen, dass ich kein Experte für staatliche Förderungen und keine Rechtsanwältin bin. Alle Infos habe ich mit bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Wir haben diese Gelder alle selbst bezogen bzw. beziehen sie immer noch. Trotzdem möchte ich ausdrücklich erklären, dass ich keinerlei Haftung für die Informationen übernehme. 

Staatliche Unterstützung für Familien im Ausland

Elterngeld 

Voraussetzung:

Elterngeld Voraussetzunge für einen Anspruch
Wichtig für uns ist gleich der erste Punkt „Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt“. Wenn Ihr also, während Eurer Reise, Eure Wohnung oder Euer Haus behaltet und Euch nicht abmeldet, dann seid Ihr auf der sicheren Seite. Frage ist, geht das so einfach?

Wann habe ich meinen Wohnsitz in Deutschland bzw. den gewöhnlichen Aufenthalt?

Der Wohnsitz ist der räumliche Mittelpunkt der Lebensverhältnisse einer natürlichen Person. Wenn Ihr Euch weniger als sechs Monate im Jahr im Ausland aufhaltet, dann wird normalerweise Euer Lebensmittelpunkt in Deutschland sein. 

Den gewöhnlichen Aufenthalt habt Ihr an dem Ort, wo zu erkennen ist, dass Ihr Euch nicht nur vorübergehend dort aufhaltet. Ein kompletter Hausstand ist ein gutes Indiz (genauso übrigens für den Wohnsitz). Ihr solltet allerdings auch bereits sechs Monate und mehr unter der angegebenen Adresse gewohnt haben, damit Ihr einigermaßen Rechtssicherheit habt.  

Bleibt also am Besten in Eurem Haus oder in der Wohnung gemeldet. Alternativ kann man sich auch bei den Eltern anmelden. Es sollte allerdings dort genug Platz vorhanden sein, um glaubwürdig zu machen, dass Ihr da mit Kindern und gegebenenfalls dem Partner wohnt. Der gute Hinweis kam, dass Ihr am Besten vor Abreise prüft, wie Euer Finanzamt diese Lösung handhabt. Dann seid Ihr auf der sicheren Seite. 

Wir waren bisher nie mehr als 5 Monate mit unserer Tochter im Ausland, deshalb kann ich nicht sagen, wie stark die Behörden tatsächlich den Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt prüfen. Bei meinen vorherigen Reisen hat da nie jemand nachgefragt.

Es gibt noch einige weitere Ausnahmen, wie Ihr Elterngeld im Ausland beziehen könnt, zum Beispiel wenn Ihr von Eurem Arbeitgeber entsendet werdet oder Selbständig seid. Nähere Infos findet Ihr hier

Gemeinsamer Haushalt von Eltern und Kindern

Wenn Ihr, während Eurer Reise, in Deutschland gemeldet bleibt und Eure Kinder ebenfalls unter der gleichen Adresse registriert sind, dann dürfte es keine Schwierigkeiten geben. Auf dem Trip solltet Ihr natürlich auch gemeinsam unterwegs sein und in der gleichen Unterkunft wohnen. 

Keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausüben

Falls Ihr unterwegs arbeitet – egal ob angestellt oder selbständig – ist zwingend darauf zu achten, dass Ihr nicht mehr als 30 Stunden pro Woche ranklotzt. Wenn Ihr über die 30-Wochenstunden Grenze in einem Bezugsmonat kommt, dann entfällt der Anspruch für diesen Lebensmonat des Kindes. Die Einküfte, die Ihr im Elterngeldzeitraum bezieht, sei es aus Arbeit, selbständiger Arbeit oder auch beispielsweise aus einer Photovoltaig-Anlage werden aufs Elterngeld angerechnet und dieses wird nur noch anteilig ausgezahlt. Nicht relevant sind steuerfreie Einnahmen, Kapitalerträge und Einmalzahlungen. 

Falls Ihr eine Nebenbeschäftigung ausüben möchtet, dann prüft ihn Eurem Arbeitsvertrag, ob das erlaubt ist. In der Regel gibt es eine Klausel, die zumindest eine Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber ausweist. 

Urlaub und Resturlaub in der Elternzeit

ACHTUNG: Urlaub, den Ihr im Bezugszeitraum nehmt, wird im Sinne des BEEG wie  wie Erwerbstätigkeit behandelt. Es wird geprüft, ob durch die Inanspruchnahme des Urlaubs die zulässige Höchstgrenze von 30-Wochenstunden pro beantragtem Lebensmonat überschritten wird. Wart Ihr also vorher auf 40-Stunden-Basis beschäftigt, dann entfällt für den Zeitraum des Urlaubs das Elterngeld, weil Ihr über die 30-Wochenstunden-Grenze kommt.

Resturlaub, den man sich nach der Geburt seines Kindes auszahlen lässt, wird während des Elterngeldbezuges als Einkommen angerechnet.

Höhe und Dauer des Elterngeldbezugs

Wie viel Elterngeld Ihr bekommt hängt von verschiedenen Faktoren. Normalerweise beläuft es sich auf mindestens 65% bis maximal 100% des Einkommens, das in den letzten 12 Monaten vor Entbindungstermin erzielt wurde. Allerdings möchte ich anmerken, dass das Euer Gehalt vor Geburtstermin sehr gering sein musste, damit Ihr tatsächlich auf 100% kommt. Hier die Tabelle:

Beispiel Einkommen Geringverdiener Elterngeld

Das Mindestelterngeld beträgt 300 Euro und selbst, wenn Ihr vor Entbindung gar nichts verdient habt, könnt Ihr Anspruch haben. Für Einkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro liegt die Ersatzrate bei 67 Prozent, zwischen 1.200 und 1.240 Euro bei 66 Prozent und zwischen 1.240 und 2.770 Euro bei 65 Prozent. Gedeckelt ist der Betrag auf 1.800 Euro monatlich. Der Elterngeldrechner kann Euch eine Idee geben. 

Achtet auch darauf, dass die Einkommensgrenze von 250.000 Euro pro Elternteil oder 500.000 Euro für beide Eltern zusammen im Jahr vor Geburt des Kindes nicht überschritten werden darf, sonst entfällt der Anspruch. 

Wenn Euer Anspruch genehmigt wurde, dann bekommt Ihr die Zahlung, vorbehaltlich Änderungen, monatlich bis zum ersten Geburtstag des Babys. 

Beantragung des Elterngeldes

Ich habe genau 12 Monate vor Geburtstermin mein Angestelltenverhältnis gekündigt um auf Weltreise zu gehen. Als ich überraschend schwanger geworden bin, habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich Leistungen vom Staat bekomme. Trotzdem habe ich, nach Geburt unserer Tochter, einen Antrag gestellt und tatsächlich ein paar Euro monatlich bekommen, weil auch die Einkünfte aus Geringfügiger Beschäftigung etc. herangezogen werden. 

Also ein Antrag lohnt sich fast immer, Ihr habt nichts zu verlieren. Hier findet Ihr noch den Link welche Behörde für Euch zuständig ist. 

Nächstes Mal – das Kindergeld

Ich hoffe, dass Euch meine kurze Ausführung weiterhilft. Wenn Ihr den Traum habt mit Baby zu reisen, dann macht das. Es gibt Hilfe und Unterstützung, nicht nur von staatlicher Seite. 

Alle Familien, die ich bisher unterwegs getroffen habe, stehen mit Rat und Tat zur Seite. Ich bin auch gerne für Euch da, wenn Ihr Motivation, Rat oder Information braucht. Scheut Euch nicht, sonder meldet Euch gerne jederzeit. 

In einem der nächsten Blogposts werde ich auf die Kindergeldzahlung bei Auslandsaufenthalten eingehen und Euch dazu ein paar Tipps geben. 

Falls Ihr Fragen zu speziellen Themen habt, dann schießt los. 

Liebe Grüße

Eure Julia von Trippingtribe