REISEN & GESUNDHEIT
Heilfasten - gesund und leicht ins neue Jahr
Ernährung

Heilfasten – gesund und leicht ins neue Jahr. Mein Experiment.

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Als ich diesen Artikel schreibe, ist es tatsächlich erst Mitte Dezember. Wir sind seit 1,5 Monaten in Deutschland und ich bin direkt in alte Essverhalten zurückgefallen. Das hat dazu geführt, dass ich schlapp bin, extrem schlechte Haut habe und alle Hosen kneifen. Ein Beinkleid ist sogar gänzlich zu klein geworden. 

Nachdem eine Bekannte vor kurzem übers Heilfasten berichtete, habe ich beschlossen, es auch zu versuchen. Den Bericht veröffentliche ich dann gleich zu Jahresbeginn, weil Dir vielleicht – nach den Weihnachtsfeiertagen – auch nach Entschlackung und Entgiftung ist. 

Fasten – was, warum, wieso?

Es gibt verschiedene Formen des Fastens. In der Regel werden Kuren, bei denen Du weniger als 500 kcal am Tag zu Dir nimmst als Fasten bezeichnet. Es gibt Methoden bei denen ausschließlich Wassergetrunken wird, Saftkuren oder Heilfasten nach Buchinger. Bei allen Varianten steht eine Reinigung von Körper und Geist im Mittelpunkt. Eine rein flüssige Ernährung in Kombination mit reduzierter Kalorienzufuhr sorgt dafür, dass Giftstoffe abgebaut und ausgeschieden werden. Der Körper hat außerdem nicht so viel Arbeit mit der Verdauung. Es wird gesagt, dass die ersten beiden Tage am härtesten sind, danach erfolgt ein Endorphinschub, der zu einem Happy-Happy-Strahlen führt.

Ich habe mich für die Methode von Buchinger entschieden, wie übrigens der Großteil der Fastenden. War ein Bauchgefühl, keine lang recherchierte Entscheidung. Außerdem plane ich auf Bali im Januar eine Saftkur, darüber gibt es natürlich auch wieder was zu lesen, wenn ich den Vorsatz einhalte.

Beim klassischen Heilfasten nimmst Du über einen bestimmten Zeitraum nur Wasser, ungesüßte Kräutertees, Brühe und Säfte zu Dir. Das sorgt dafür, dass der Körper Gewicht und Schlacken verliert und dadurch gereinigt wird. Allerdings sollte die Zeit der Kur auch für geistiges Detox genutzt werden. Spaziergänge, Yoga und Meditation unterstützen beim Nichtessen und auf dem Weg zur inneren Balance. 

Studien zum Heilfasten, an denen 1000 Menschen teilgenommen haben, führten zu dem Ergebnis, dass 80% nach Ende der Fastentage sich insgesamt besser fühlten. Besonders auf Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten, Migräne und Diabetes Typ 2  hat das Fasten eine positive Wirkung. 

Mir persönlich geht es mit der Fastenkur darum, meinen Körper wieder auf gesundes, pflanzenbasiertes Essen zu pohlen. 

Meine 7-Tage-Fastenkur – der Bericht

1. Tag Entlastung

Heute geht es um die Einstimmung auf das Fasten. Ich bereite mich auf die nächsten Tage vor, indem ich mich von 150g Reis ernähre. Genau soviel koche ich am frühen Morgen und teile die Portion dann durch drei – Frühstück, Mittag- und Abendessen. Glücklicherweise habe ich am Vortag schon sehr bewusst gegessen, deshalb fällt es mir erst einmal nicht so schwer auf Schoko, Semmeln und co. zu verzichten. 

Zum Frühstück esse ich einen grünen Apfel zu meinem Reis. Mittags- und Abends mische ich gedünstetes Gemüse und Gewürze unter. Auf Salz verzichte ich gänzlich. Immer mal wieder kommt Hunger auf und ich will hinschmeißen. Zur Ablenkung gehe ich mit Hippo vor die Türe. Wir shoppen eine Flasche Detoxsaft von Rabenhorst, den Tee „Purify Me“ von Cupper und Heilerde ultra fein. Als wir beim Bäcker stehen, um eine Breze für Hippo zu besorgen, breche ich fast ab. Anschließend fange ich mich schnell wieder. Zuhause versuche ich so viel wie möglich zu trinken, der Tee schmeckt toll. Die Heilerde mische ich unter, weil mein Magen ohne oder mit falscher Nahrung sehr schnell übersäuert und schmerzt. Das sandige Gefühl beim Trinken mag für Dich vielleicht nichts sein, ich stehe drauf, zumindest wenn ich hungrig bin. 

Ausrüstung zum Heilfasten

Für die Abende, an denen ich in letzter Zeit viel gearbeitet, genascht und auch getrunken habe, ist ein Alternativprogramm angesagt. Ich werde die nächsten Tage entspannen und habe mir dafür ein gutes Buch gekauft. Mal sehen, ob mich das von nächtlichen Heißhungerattacken bewahrt. 

2. – 6. Tag Flüssignahrung

I. Tag Flüssignahrung

Am ersten Morgen wird der Darm entleert. Dafür verwende ich Glaubersalz, das ich in der Apotheke besorgt habe. 100g des Pulvers kosten rund 3 Euro. Ein Erwachsener mischt 30 g auf einen halben Liter Wasser und trinkt es in kleinen Schlucken. Der Geschmack ist nicht echt ekelhaft, es ist sehr salzig. Nachdem ich die Wirkung bereits kenne, bleibe ich in der Nähe der Toilette. 

Der erste Tag war insgesamt viel besser als erwartet. Ich habe  rund 2,5 Liter von meinem neuen Tee getrunken, zwei Teller Gemüsebrühe und abends ein Glas von dem Detoxsaft genossen. Ich war sehr müde – das mag aber auch dem Wetter geschuldet sein.

Da ich mich auf das Fasten vorbereitet habe, wusste ich bereits von der Schlappheit am Anfang. Ich habe also zum ersten Mal seit einer Ewigkeit einen Mittagsschlaf zusammen mit der Kleinen gemacht. Es fühlt sich so an, als dass mir die Fastenkur sehr gut tut. Endlich kann ich runterfahren. Mein Kopf ist nämlich irgendwie nicht ganz klar. Es fühlt sich alles verlangsamt an, als ob kaum Gedanken auftauchen – das ist wirklich schön. Ich habe nur Bedenken, dass es morgen richtig hart wird, wir werden sehen. 

II. Tag Flüssignahrung

Mir geht es super. Ich bin mit einem total euphorischen Gefühl aufgewacht und wir sind voller Energie gestartet. Mein Kopf ist immer noch etwas wirr, aber es läuft alles. Ich war ein paar Erledigungen machen – einkaufen, habe Gemüse fermentiert und eine traumhafte Bodybutter für Weihnachten fabriziert. Zwischendurch erledigte ich noch ein paar Arbeiten für einen Kunden und abends habe ich einer Bekannten eine Fernreikiheilung gegeben. Insgesamt ein toller Tag. Klar, mein Kopf war noch etwas schwummrig, aber ich hatte kaum Hunger und fühlte mich toll. 

Heute Vormittag gab es übrigens ein Glas Sauerkrautsaft, weil die Verdauung unbedingt am Laufen gehalten werden muss. Sollte der Fastende keinen Stuhlgang mehr haben, dann müssen Einläufe gemacht werden. Sonst halten sich die Giftstoffe, die eigentlich ausgeschieden werden sollen im Darm und können zu einer Rückvergiftung der Leber führen. 

III. Tag Flüssignahrung

Heute fing es wieder gut an, allerdings hab ich am Vormittag Hunger bekommen, der sich über den ganzen Tag zog. Nachmittags waren wir auf einem Indoorspielplatz toben. Da habe ich gemerkt, dass mein Körper echt kraftlos ist. Ich bin der Kleinen kaum nach gekommen. Beim anschließenden Restaurantbesuch wäre ich fast schwach geworden und als ich abends noch schnell ein paar Brezen und Semmeln besorgt habe, träumte ich von einem großen Löffel und einem 1 kg Glas Nutella. Gestern war ich total im gesunden Essensmodus und heute bekam ich plötzlich mega Hunger auf Junkfood und Süßes. Ich hoffe echt, dass diese Heilfastenkur nicht völlig am Ziel vorbeischießt und einfach nur in einem riesigen Fressanfall mit lauter ungesundem Mist endet. 

IV. Tag Flüssignahrung

Was mir echt langsam auf den Keks geht ist der komische Geschmack in meinem Mund. Insgesamt habe ich mich heute viel besser gefühlt. Ich war vormittags Freunde besuchen und nachmittags haben Hippo und ich gespielt und waren lange spazieren. Abends habe ich gebadet und dann noch ein wenig gebloggt. Morgen ist der letzte Tag. Ich kann es nicht fassen, dass ich es tatsächlich geschafft habe und es auch bisher gar nicht so schlimm war. Die positive Zeit, wo ich total entspannt war, hat definitiv überwogen. 

V. Tag Flüssignahrung

Heute ging es mir okay. Ich fühle mich immer noch sehr müde und schlapp. Irgendwie sehen meine Zähne so aus, als verlieren sie Mineralien. Von der Wurzel aufwärts bis etwa Mitte der Zähne ist alles okay, darüber erscheinen sie ziemlich durchsichtig. Ob mir das vorher nur nie aufgefallen ist? Ich hatte heute mehrfach den Gedanken ans aufgeben, aber bis jetzt (22:05) Uhr habe ich durchgehalten. Die Nacht überstehe ich auch noch. 

Körperlich hat sich bei mir einiges getan. Ich habe satte 4,5 kg abgenommen und auch meine Haut scheint viel besser geworden zu sein. Mir hat die Woche insgesamt gut getan, weil ich einfach gezwungen war einen Gang zurück zu schalten.

7. Tag Aufbauen ist Angesagt

Nachdem mir mehrere Fastenkenner bestätigt haben, dass der Aufbautag nicht zwingend notwendig ist, habe ich ihn sausen lassen. Die ganze Woche über habe ich schon fleißig eingekauft, fermentiert und geplant, was ich alles essen werden, wenn ich wieder darf. 

Zum Frühstück gab es veganen Kokosjoghurt von Harvest Moon mit Himbeeren. Dazu einen paar Löffel veganer Schoko-Kokos-Creme von Veganz. Gestern habe ich mir bei DM noch einen Kaffeeersatz aus Kakao und Guarana geholt, den ich mit einem Schuss Cashewmilch genossen habe. 

Mittag verspeiste ich einen genialen veganen Burger – das Rezept gibt es nächste Woche. 

Abends gab es einen großen Salat mit meinem selbstgemachten veganen Streichkäse auf Maiswaffel. 

Fazit: Ich LIEBE essen. Trotzdem kann ich mir so eine Fastenkur wieder einmal vorstellen. Besonders toll wäre eine Woche in einem Wellnesshotel, wo man zudem Massagen, Leberwickel, Saunagänge etc. machen kann. Ein Traum! Falls ein Hotelbesitzer das liest und mich einladen will – ich komme gerne und schreibe einen Testbericht. 

Ich hoffe Du hattest Silvester viel Spaß und einen guten Start in ein jippie-yeah-Jahr 2018. 

Alles Liebe,

Julia von Trippingtribe

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