Reisen

Indien auf dem Motorrad

Gerade (17.07.2017 Rishikesh, Indien) bin ich über einen der ersten Artikel meines Blogs gestolpert. Vor Rührung kamen mir glatt die Tränen... 
Was Mr. Milega und ich in der kurzen Zeit, in der wir uns kennen, nicht schon alles erlebt haben. Jetzt steht mal wieder eine vorübergehende Trennung an. Ich gehe mit der Kleinen nach Bali und Mr. Milega zurück in die Staaten. Grund genug sich an den traumhaften Anfang zu erinnern. 

Blogpost vom 7. November 2015

Vor einem Jahr sind wir aufgebrochen. Wir kannten uns gerade mal 2,5 Wochen und begaben uns gemeinsam auf das Abenteuer unseres Lebens.

Indien auf dem Motorrad

Frisch verliebt, die erste gemeinsame Nacht gerade mal ein paar Tage her, schwangen wir uns auf Dein Motorrad. Die erste Etappe von Rishikesh nach Massouri hatten wir extra kürzer geplant, damit der Anfang nicht so anstrengend wird.
Hinter Dir saß ich und genoss den Fahrtwind. Immer wieder erschnupperte ich eine Priese Deines Geruchs, ein unwiderstehliches Gemisch aus Sonne und Dir. Die Freiheit jubelte aus jeder Pore meines Körpers!

6 Wochen lang entdeckten wir Turban-Männer in Punjab, Wüsten und Tempel in Rajasthan und die Berge Nepals. Das Abenteuer sollte uns zeigen, ob „wir“ nur ein Ferienflirt wären oder mehr. Als „Mehr“ kamen wir Ende Dezember nach Rishikesh zurück. Es war bitter kalt und wir verbrachten die Tage entweder im warmen Bett oder am Lagerfeuer. Fehlendes Fensterglas machte den Aufenthalt in unserem Zimmer zur Herausforderung.

Yakwolle gegen die Kälte

Dafür hattest Du die Idee mit den Decken! Wir kauften nicht nur eine kuschelige Decke für mich, sondern schickten auch einige große Pakete nach Deutschland. Irgendwann würden wir Ihnen folgen und versuchen sie zu verkaufen.

Eingedeckt mit Wollmützen, Stulpen, dicken Pullovern und warmen Schuhen entschieden wir, dass ein Überwintern im Norden Indiens nichts für uns sei.

Also buchten wir ein Ticket und flogen gen Süden!

Kudle Beach gegen den Winterblues

Ein Taxi nach Haridwar, eine Zugfahrt nach Delhi, ein Flug nach Bangalore, ein Nachtbus nach Gokarna und eine Rikscha nach Kudle später waren wir am Strand. Du und ich lebten 3 Wochen lang den Hippietraum und erholten die müden Knochen von der anstrengenden Motorradtour. Ich wurde schwanger, aber das wussten wir nicht.

Irgendwann wird jeder Strand langweilig und mein Visum neigte sich auch dem Ende. Kurzerhand entschlossen wir gemeinsam das Land zu verlassen und Asien zu erobern. Über einen kurzen Stopp in Kuala Lumpur ging es nach Thailand.

Koh Lanta zum Tauchen?

Kulturschock, Massentourismus und eine Schwangerschaft kennzeichnen unseren Aufenthalt in Thailand. Mit Tauchen wurde es nach dem positiven Schwangerschaftstest nichts. Ich hätte nie gedacht, dass Du zu mir hältst. Aber Du hast Dich nicht aus dem Staub gemacht, auch wenn es nicht leicht war für Dich!

Lieblingsspot Penang

Auf meiner malaysischen Lieblingsinsel Penang trafen wir eine Freundin und bereiteten uns auf die Zukunft zu dritt vor. Wir planten zu meinen Eltern nach Deutschland zu fliegen. Dafür mussten wir erstmal wieder gesellschaftsfähig werden und so hatten wir den teuersten Friseurbesuch in Asien ever. Wir waren beide aufgeregt, aber gemeinsam wollten wir alles schaffen.

Ankunft in München

Am 12.3. erreichten wir München. Wir wohnten 1,5 Monate in meinem Kinderzimmer, bis wir endlich eine Wohnung gefunden hatten. Bis heute kämpfen wir mit Bürokratie und Geldsorgen, aber wir sind immer noch zusammen. Und jetzt sind wir sogar zu Dritt!

Es war kein leichtes Jahr, Mr. Milega. Es war ein unvergessliches Jahr, Mr. Milega. Es war ein lehrreiches Jahr, Mr. Milega.

Ich bin glücklich Dich gefunden zu haben, weil Du mein Seelenverwandter bist.