Reisen

Kinderbetreuung auf Bali

Ich bin gerade im Mama-Himmel. Wir hatten heute unsere erste Babysitterin für eine Stunde hier und ich kann Dir sagen, dass das wirklich eine Entlastung ist. Falls Du auch überlegst für längere Zeit nach Bali zu kommen, dann erzähle ich Dir hier gerne, wie es mit der Kinderbetreuung aussieht.

Babysitter und Playschools auf Bali

Zunächst einmal möchte ich vorweg schicken, dass meine Tochter sehr an mir hängt und sie außerdem immer eine lange Vorlaufzeit braucht, bis sie jemanden an sich heranlässt. Wobei sich das seit unserem Aufenthalt in Deutschland auch stark geändert hat (ich benutze bewusst das Wort „verbessert“ nicht). 

Ich habe mich bisher bewusst gegen externe Betreuung entschieden und das hat auch einigermaßen gut geklappt. Allerdings gab es Tage, an denen war ich echt kaputt. Es ist nicht einfach Arbeit und die komplette Versorgung des Nachwuchses alleine zu stemmen. Ich bin sehr an den letzten beiden Jahren gewachsen. Dennoch habe ich jetzt das Gefühl, dass eine Nanny etwas ist, was sowohl für mich als auch meine Kleine eine Bereicherung ist. 

Nannys auf Bali

Auf Bali gibt es eine unendliche Anzahl an Damen, die sich ein Zubrot als Nanny verdienen wollen. Dabei habe ich schon einiges beobachtet, was mich eher abgeschreckt hat. Vielleicht vorne weg, alle Damen waren ruhig und freundlich. Aber viele hängen einfach nur am Handy, während das Kind was-weiß-ich nicht alles auf dem Spielplatz veranstaltet. Manche der Kids sind auch noch sehr jung. Es ist interessant für mich zu sehen, wie gut sich diese ganz kleinen Kiddies schon alleine beschäftigen und wie unbesorgt sie auf verschiedene Spielgeräte zugehen. Wenn ich da meine fast 2,5-Jährige vergleiche, dann liegen da Welten dazwischen. 

Ich könnte jetzt anfangen verschiedene Schlüsse zu ziehen, wobei ich natürlich geneigt wäre, meinen eigenen Erziehungsstil als die bessere Alternative zu verdiskutieren. Aber ich mache das nicht mehr. Jedes Kind, jeder Erwachsene hat seine eigene Art und alles ist richtig, solang es keinem weh tut. Punkt.

Professionelle Betreuung

Also, zurück zum Thema. Es gibt eine große Auswahl an Babysittern. Wenn Du jemanden mit einer Qualifikation suchst, dann wende Dich am besten an Balibabyhire. Die haben ein fantastisches Angebot sowohl an Produkten, die Du leihen kannst. Aber bieten eben auch eine große Auswahl an renommierten Betreuern an. Die Babysitter werden vorab interviewt und polizeilich geprüft. Es werden folgende Fähigkeiten angeboten:

  • Englischsprachig
  • Professionell, verlässlich, pünktlich und freundlich
  • Mitarbeiter von örtlichen Kindergärten
  • Lehrer
  • Nachhilfeleherer
  • Nannies
  • Krankenschwestern
  • Mütter
  • Erste-Hilfe-Ausbildung

Du kannst Kinder bis 12 Jahren bei Bali-Baby-Hire betreuuen lassen. Was der Spaß kostet? Stand 1/18 gelten folgende Raten:

$6.50 pro Stunde (entspricht heute (29.1.18) etwa € 5,23) – bei mindestens drei Stunden am Stück
$25.00 (€ 20.00) für 4 Stunden
$50.00 (€ 40.00) für 8 Stunden

Für die Anfahrt werden pro Tag $2.50 (€ 2.00) in Rechnung gestellt. Ein Babysitter übernimmt bis zu zwei Kinder. 

Private Betreuung

Alle Bekannten, die ich hier auf Bali habe, nutzen private Kindermädchen. Auch wir haben uns dafür entschieden, weil es auf lange Frist günstiger ist. Mir war allerdings bei der Auswahl schon unwohl. Es gibt eine Babysitterin, die das Kind einer Freundin betreut, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Leider ist sie schon ausgebucht. Als ich sie am Freitag zufällig beim spazierengehen getroffen habe, sprach ich sie an. Tatsächlich hat sie eine Freundin, die eine Stelle als Nanny sucht. 

Der Preis aller privaten Kindermädchen, die ich bisher getroffen oder von denen ich gehört habe, beträgt 50.000 IDR, das sind etwa 3 Euro pro Stunde. Es besteht die Möglichkeit bei längerer Betreuung und vielen Stunden einen Paketpreis zu verhandeln. Vermutlich sind auch die 50.000 IDR viel zu hoch angesetzt. Aber das ist für mich schon in Ordnung, wenn der Babysitter happy ist und meine Tochter es auch ist. 

Heute war also das erste Kennenlernen mit Ita, unserer Nanny. Sie ist eine junge Frau, die selbst einen 2,5-Jährigen Sohn hat. Ihr Englisch ist gut und sie war mir auf Anhieb sympathisch. Sie macht einen ehrlichen und unkomplizierten Eindruck. Meine Tochter hat sogar nach relativ kurzer Zeit gleich mit ihr gespielt und ich konnte ein wenig arbeiten. 

Allerdings war nach einer Stunde der Spaß schon wieder vorbei, weil Hippo dann müde wurde. Es war große Aufregung für sie und sie wollte dann die Mama und ab ins Bett. Übermorgen kommt Ita wieder. Wir haben vereinbart, dass sie Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 11 Uhr kommt und die Kinderbetreuung übernimmt. 

Playschools auf Bali

Es gibt alternativ auch sogenannte Playschools, die wie eine Art Kita oder Kindergarten sind. Eigentlich war der Plan, dass meine Tochter ab Januar dorthin geht. Auch dort sind die Kinder für zwei Stunden täglich versorgt und bekommen sogar Mittagessen. Der offizielle Preis pro Monat, in der Playschool für Einheimische in Ubud, die wir uns überlegt hatten, beträgt 150 Euro im Monat. 

In Ubud gibt es außerdem noch zwei internationale KiTas. Die Green-School, mit einem großartigen Programm in Bezug auf Umwelt und Selbstversorgertum,  kostet 270 Euro pro Monat. Die Pelangi-Schule kostet für Kinder bis zu drei Jahren 125 Euro im Monat. Hier findet Ihr alle internationalen Schulen und Kindergärten auf Bali inklusive der Gebühren.

Es gibt auf Bali auch eine Montesori-KiTa. Er befindet sich in Kuta, also fast 1,5 Stunden Fahrt von uns entfernt. Dort werden Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren aufgenommen. Außerdem haben sie auch einen weiterführenden Kindergarten sowie eine Schule. Die Gebühren sind auf der Homepage nicht aufgeführt. 

Unser Plan für die Ausbildung unserer Tochter

Wir haben uns jetzt erst einmal gegen eine KiTa entschieden, weil die Schule weit weg von uns ist und ich auch sorge habe, dass es zuviel für die Kleine wäre. Ich glaube für den Anfang reicht eine Nanny. 

Wenn ich mir die Preise der guten Schulen hier so anschaue, dann bin ich ganz froh, dass für uns verschiedene Modelle in Frage kommen. Wir können uns für später überlegen eine normale Schule zu besuchen, einen Privatlehrer zu engagieren, Homeschooling zu machen oder freies Lernen zu praktizieren. Das hängt echt davon ab, was meine Tochter will und ich wuppen kann. Eine Schule für 12.000 Euro im Jahr ist mir zumindest im Moment einfach zu viel. Allerdings möchte ich das freie Lernen auch nur in Betracht ziehen, wenn wir mit mehreren Familien ein Projekt starten würden. 

Aber für eine Entscheidung hat das Universum noch 3,5 Jahre Zeit. Ich hatte in meinem Leben schon so viele Pläne und Ängste und Sorgen. Es kam immer anders und viel einfacher als gedacht. Das wird auch in Bezug auf Schule so sein.