Ernährung

Meine Top 8 der Geburtsvorbereitung

Hier möchte ich Euch meine persönlichen TOP 8 der Geburtsvorbereitung vorstellen:

1. Heublumen-Dampfsitzbad

Glaubt mir, ich hatte keine Ahnung was sich dahinter verbirgt! Je weiter meine Schwangerschaft voranschritt, desto mehr Insidertipps von anderen Frauen habe ich bekommen. Unter vorgehaltener Hand wurde ich in die Weisheit der Mitschwestern eingeführt und einer der Tipps war das Heublumen-Dampfsitzbad zur Lockerung der Beckenbodenmuskulatur.

Die notwendigen Heublumen kann man in der Apotheke oder Online erstehen. Ich habe mir ein 100 g Päckchen von der  Bahnhofs Apotheke für 1,95 € besorgt.


Das Dampfsitzbad kann Wehen auslösen und soll deshalb, laut meiner Hebamme, erst ab der 38. Schwangerschaftswoche angewendet werden. Hippo wurde in Woche 39 geboren, weshalb ich noch ein fast volles Päckchen Heublumen im Schrank horte.

Als die 38. Woche kam habe ich gespannt mein Dampfsitzbad vorbreitet. Besonders würdevoll ist es nicht gerade, wenn man auf einer dampfenden Kloschüssel sitzt, aber mit Würde haben Schwangerschaft und Entbindung sowieso nur wenig zu tun.

Für das Heublumen Dampfsitzbad habe ich einen großen Topf mit Wasser aufgekocht und dann ein paar Löffel Heublumen hineingekippt. Das Ganze hat Mr. Milega mir dann im Klo befestigt und ich habe es mir für ca. 20 Minuten überm Dampf bequem gemacht.  Achtet darauf, dass Ihr Euch nicht verbrennt! Mädels, Ihr wollt nicht mit Brandblasen da unten zur Entbindung auftauchen – nein, das wollt Ihr nicht!

2. Leinsamen

Empfohlen wird der Verzehr von Leinsamen ab der 34. Schwangerschaftswoche. Den Esslöffel geschroteter Leinsamen habe ich morgens in meinen heißgeliebten Naturjoghurt gerührt. Leinsamen hat angeblich eine gute Wirkung auf die Schleimhäute und soll „Kinder flutschen“ lassen. Da ich bis zum Ende der Schwangerschaft an Verstopfung litt, hat die verdauungsregulierende Wirkung zusätzlich gut getan.

3. Himbeerblättertee

Zum Thema Himberblättertee gibt es unterschiedliche Meinungen bezüglich Geschmack und Anwendung. Ich trinke sowieso gerne Kräutertees und mir hat der Himbeerblättertee ganz gut geschmeckt. Wegen der wehenfördernden Wirkung soll auch dieser Tee erst ab der 34. SSW getrunken werden. Manche Hebammen sagen, dass man eine Woche lang bis zu 4 Tassen täglich trinken und dann eine Woche pausieren soll, andere meinen, dass man täglich mehrere Tassen genießen darf. Ich habe morgens und abends je eine Tasse von dem Tee getrunken. Die Blätter habe ich mir in der Apotheke besorgt und pro Tasse einen Teelöffel aufgebrüht. 5-10 Minuten soll der Tee ziehen, dann ist er Genuss fertig. 


Dem Tee wird nachgesagt, dass er der die Beckenbodenmuskulatur lockert  und er eine entschlackende und entgiftende Wirkung hat. Er unterstützt eine regelmäßige Darmtätigkeit und steigert das Wohlbefinden. Ich habe auch gelesen, dass der Stimmungsschwankungen und das Schmerzempfinden mildert. 

4. Damm-Massage

Ich habe mich noch nie so sehr mit „Untenherum“, dem Damm und Beckenboden auseinandergesetzt wie in den letzten Wochen meiner Schwangerschaft. Man bedampft, cremt und massiert was das Zeug hält, in der Hoffnung auf eine sanfte Geburt – was immer das auch heißen soll. 

Ich habe mir das Damm-Massage-Öl von Weleda bei DM besorgt. Mir hat der Geruch besonders gut gefallen, allerdings habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Ölen. Dem Öl liegt eine Anleitung bei und auch im Internet sind verschiedenste Anleitungen verbreitet. Meine Damm-Massagen gestalteten sich eher als Blindflug und ich habe halt versucht „da unten“ alles ein wenig zu dehnen und geschmeidig zu halten. Auch hier gilt wieder – Anwendung erst ab der 34. Schwangerschaftswoche, weil Wehen ausgelöst werden könnten. Die Damm Massage sollte außerdem keine Schmerzen verursachen, wenn Euch etwas weh tut, dann aufhören! 

In einigen Magazinen wird vorgeschlagen, dass der Partner die Massage durchführen kann. Ich habe mir das vor dem ersten Mal auch ganz romantisch vorgestellt. Allerdings muss ich jetzt im Nachhinein sagen, dass für mich nichts anregendes oder romantisches an einer Damm-Massage ist und ich Mr. Milega nicht an diese Methode herangeführt habe. Obwohl es ihn natürlich schon brennend interessiert hat, was ich da jeden Abend für 10 Minuten an mir herummassiere. Aber Ladies, ein paar Geheimnisse haben noch keiner Partnerschaft geschadet und die Phantasien der Männer sind in dem Fall sicher reizvoller als der tatsächliche Akt. 

Ob die Massage was bringt, kann ich nicht sagen. Bei der Entbindung von Hippo bin ich gerissen, aber das habe ich überhaupt nicht gemerkt und es war auch nur ein kleiner Riss. Vielleicht wäre das ohne die Massage viel massiver gewesen. Aber meiner Meinung nach braucht man vor Dammriss oder -schnitt wirklich keine Angst haben. Trotzdem würde ich auch bei der nächsten Schwangerschaft die Massage wieder machen. 

5. Geburtsvorbereitungskurs

Achtung, je nach dem wo Ihr wohnt, müsst Ihr Euch bereits sehr frühzeitig zu diesen Veranstaltungen anmelden. In München am Besten bereits vor der Empfängnis. Ich wohne momentan auf dem niederbayrischen Land, hier war eine Anmeldung in Schwangerschaftswoche 20 noch möglich. 

Mein Kurs wurde vom Hebammenteam des Krankenhauses Eggenfelden angeboten. An drei von sieben Abenden durften die Partner mitkommen. Wir haben Atem- und Entspannungsübungen gezeigt bekommen. Uns wurde Säuglingspflege erklärt und wir wurde über den Verlauf der Geburt aufgeklärt. Mir hat die Atmosphäre gut gefallen und es war schön sich mit anderen Schwangeren austauschen zu können und auch die Hebammen kennen zu lernen. Mir hat die Teilnahme am Kurs Sicherheit gegeben und ein wenig Angst vor der Geburt genommen. Wahrscheinlich verpasst man nicht so viel, wenn man diese Kurse nicht mitnimmt, aber für mich war es psychologisch einfach wichtig, mich vorbereitet zu fühlen. 

6. Gesunde Ernährung

Eine Bekannte schrieb mir am Anfang meiner Schwangerschaft, dass sie die 30 Kilo, die sie während Ihrer Schwangerschaft zugenommen hatte, immer noch mit sich rumschleppe. Das hat bei mir sämtliche Alarmsirenen zum heulen gebracht und ich habe angefangen, mich mit ein paar Ernährungsregeln auseinander zu setzen. Die wichtigste Regel, die ich mir selbst auferlegt hatte, war den Zucker komplett zu streichen. Also kein weißer Zucker, kein Rohrzucker, kein Honig, keine Süßstoffe, kein Agavendicksaft etc. Die ersten Woche habe ich keine Süßungsmittel benutzt. Ab Woche 4 habe ich Reissirup und Stevia verwendet. Ich habe mir das Buch „Goodbye Zucker“ von Sarah Wilson besorgt und den beschriebenen Ernährungsplan durchgezogen. Das fiel mir am Anfang sehr schwer, aber es hat sich gelohnt! Ich habe zwar 20 Kilo zugenommen, allerdings war das Meiste Wasser – dem heißen Sommer 2015 sei Dank! Mir ging es während der Schwangerschaft aber ausgezeichnet und ich hatte eine sehr schöne Schwangerenfigur. 

7. Körperliche Fitness

So eine Entbindung ist ein echter Kraftakt und deshalb ist es nicht schlecht sich vorher körperlich fit zu halten. Wir brauchen nicht davon sprechen, dass Rauchen und Alkohol tabu sein sollten, aber auch ein wenig sportliche Betätigung kann nicht schaden. Ich bin ein echter Sportmuffel und war bis Schwangerschaftswoche 7 eine kettenrauchende Hippiebraut am indischen Kudle-Beach. Alkohol stand auf meiner Tagesordnung und Sport war ein absolutes Fremdwort. Als wir wieder in Deutschland waren, habe ich relativ schnell einige Kilos zugelegt und musste einfach die Handbremse ziehen. Schwimmen bot sich im Super-Sommer 2015 an und so zog ich meine Bahnen durch das nasse Kühl. Nach und nach baute ich ganz schön Kondition auf und schwamm im August fast täglich 2 Stunden am Stück. Das hielt auch die Wasseransammlungen in meinen Beinen auf ein erträgliches Maß. 

Ich war mächtig Stolz auf mich, dass ich weder rauchte, noch trank, dafür ab schwamm wie eine Meerjungfrau. Aber Mädels, ich verstehe jede von Euch, die keinen Bock hat auf Sport in der Schwangerschaft. Wenn Ihr Euch nicht danach fühlt, dann lasst es sein. Es wird schon seine Gründe haben, wenn der Körper mehr nach Ruhe verlangt. 

 

8. Geburtsvorbereitende Akupunktur

Im Geburtsvorbereitungskurs erfuhr ich auch von der Akupunktur. Hebammen können gegen allerlei Schwangerschaftsbeschwerden Akupunktieren! Bei mir waren es vor allem Wassereinlagerung, die mir echt zu schaffen machten. Obwohl ich in Hochzeiten täglich 2 Stunden geschwommen bin, wurde ich irgendwann den Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen nicht mehr her. Akupunktur hat mir hier ganz gut geholfen. Die Hebamme hat verschiedene Nadeln in die Beine und eine Nadel in den Kopf gesetzt. Das hat nicht weh getan. Ich musste 20 Minuten sitzen, dann kamen die Nadeln wieder raus und nach ein paar Tagen ging es mir besser. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass Milchprodukte Wasser ziehen. Man sollte als Schwangere abends weder Milchprodukte noch Kohlehydrate essen, wenn man zu Ödemen neigt. Und jetzt ratet mal – ich habe fast täglich 500g Naturjoghurt geext. Entsprechend sahen meine Beine auch aus.

Übrigens wird das mit den Ödemen nach der Entbindung nochmal richtig schlimm. Der Körper „verliert“ das Baby und will umso mehr an allem anderen Festhalten. Deshalb lagert er nochmal richtig ein. ABER irgendwann verschwindet das Wasser auch wieder. Ich habe jetzt – 1,5 Wochen nach der Entbindung – die gefühlt schlankesten Fesseln ever!

Die Akupunktur kann auch zur Geburtsvorbereitung angewandt werden. Auch das habe ich gemacht. Hier wird eine Nadel in den kleinen Zeh gestochen – AUA! Das zieht tatsächlich ganz schön. Diese Anwendung wird in Deutschland immer beliebter und ein Drittel der Erstgebärenden unterzieht sich dieser Behandlung. Eine Studie der Frauenklinik Mannheim belegt, dass das Verfahren die Geburtsdauer von Erstgebärenden im Schnitt von zehn auf acht Stunden verkürzt.

ACHTUNG!

Ich besitze keinerlei medizinische Ausbildung, deshalb sind alle Tipps die ich hier gebe – das gilt für den gesamten Blog – rein subjektiver Natur. Sprecht alles was Ihr macht mit Eurem Arzt ab! Ich übernehme keine Verantwortung oder Haftung für irgendwelche Auswirkungen von Anwendungen, die Ihr auf meinem Blog gelesen habt.

Fotograf: Thomas Pompernigg Datum: 02.05.2009