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mit no poo zu gesunden Haaren
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Mit „No Poo“ zu gesunden Haaren?

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Ein Trend überrollt die Beauty-Blogger-Szene. „No Poo“ auf Facebook, Youtube und einschlägigen Blogs. 

Mit „No Poo“ zu gesunden Haaren?

Was bitteschön ist „No Poo“?

„No Poo“ las ich zum ersten Mal auf Facebook. Ein „No Poo“-Gruppenvorschlag trudelte auf meiner Seite ein. Zuerst dachte ich an Verdauungsprobleme  (poo = engl. für Scheiße). Dann las ich weiter.

„No Poo“ ist die Abkürzung für „No ShamPOO“. Man wäscht die Haare ohne Shampoo. Eklig. Seite schließen und das Thema ganz weit hinten in den Erinnerungsarealen meines Gehirns abheften. 

Im Rahmen meiner „Bewusster Leben Challenge“ habe ich ihn jetzt doch wieder hervorgekramt.

Warum ist Shampoo schlecht?

Shampoo in DachrinneZuerst einmal interessiert mich, was denn an Shampoo so schlecht sein soll. Schauen wir uns die gängigen Inhaltsstoffe mal genauer an.

Es gibt immer noch Haarwaschmittel mit Silikonen und Parabenen, obwohl diese immer unpopulärer werden.

Silikone versiegeln Haar und Kopfhaut und schädigen dadurch auf lange Sicht (Silikone findest Du auch unter folgenden Bezeichnungen: Dimethicone, Cyclomethicone, Amodimethicone, Polymethylsiloxan, Substanzen mit der Endung –cone oder –xane, Trideceth-12, Hydroxypropyl, Polysiloxane, Lauryl methicone copolyol Amodimethicone, Cetearyl methicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol, und Quaternium 80.).

Parabene sind dem Östrogen so ähnlich, dass sie den Hormonhaushalt beeinflussen können (auch genannt Butylparaben, Ethylparaben, Methylparaben, Propylparaben).

Weniger öffentlich verruchte, dennoch miese Inhaltsstoffe findest Du hier:

Propylene Glycol: Sie werden aus Mineralölen gewonnen und können langfristig Nieren- und Leberschäden verursachen. Ganz einfach indem sie sich in den Organen anreichern.
Formaldehyd: Hört sich nach Kriminalroman an. Tatsächlich handelt es sich um einen stark hautirritierenden und krebserregenden Stoff, der mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen daher kommt. 

Beispielsweise: Quanternium-15, DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Urea, Sodium Hydroxymethyl Glycinate, 2-bromo-2-nitropropane-1,3-diol (Bromopol).
Polyethylenglykol: Oder kurz PEG. Ist ein Tensid, das die Zellwände aufweicht. Quasi der Türöffner für Formaldehyde uns sonstige chemischen Schadstoffe. 

Andere Bezeichnungen: Polyglykol, Polysorbate, Copolyol
Sodium Laureth / Lauryl Sulfate: gehören ebenfalls zu den Tensiden. 

Tenside bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, fein vermengt werden können. Wegen der stark schäumenden und entfettenden Wirkung werden Tenside gerne bei Shampoos eingesetzt. 
Sodium Laureth/ Lauryl Sulfate gehören mit zu den aggressivsten Tensiden. Sie führen zum Austrocknen und zu Allergien. Es wird vermutet, dass sie auch Rückstände (zum Beispiel von Nitraten) mit sich bringen und dadurch krebserregend sein können. 
Die gerne genutzten Bezeichnungen sind hier: SLS, Sodium-Lauryl-Sulfate, Natriumlaurylsulfat, Natriumdodecylsulfat, natrii laurilsulfas, Texapon K12.
Künstliche Farb- und Duftstoffe können krebserregend, erbgutschädigend sein und Allergien auslösen. Die künstlichen Farbstoffe werden in der Regel mit CI + einer Zahlenkombination ausgedrückt.
Diethanolamin / Triethanolamin (DEA / TEA): Werden  als Weichmacher in Shampoos eingesetzt. Sie sind giftig und können Allergien auslösen. Wenn mit anderen Stoffen im Haarwaschmittel reagieren können unter Umständen Nitrosamine gebildet werden, die mit zu den am Stärksten krebserregenden Stoffen zählen. (Quelle).

Ich verstehe, dass viele Shampoos schädliche Inhaltsstoffe mit sich führen. Gut, dann kaufe ich halt ein mildes Bio-Shampoo. Warum also „No Poo“?

Warum „No Poo“?

Die „No Poo“ Verfechter haben verschiedene Gründe, sich die Haare ohne Shampoo zu waschen. 

  • Kein Plastikmüll
  • Keine Chemiekalien
  • Natürliche Haare 
  • Weniger Gepäck auf Reisen / weniger Kram im Badezimmer
  • Weniger Kosten
  • Schöneres und gesünderes Haar

Schöneres und gesünderes Haar, ach was?

Schönes, kräftiges, gesundes HaarAlso gesünderes Haar gibt es schon mal überhaupt nicht. Haare gelten in der Medizin als sogenannte Hautanhangsgebilde. Tote Materie, die weder Nährstoffe noch Vitamine zum Bestehen braucht. Vielmehr spiegeln die Haare den Gesundheitszustand des Körpers wieder. Aber die Haare selbst können weder krank noch gesund sein. (Quelle).

Bei schönerem Haar gehen die Meinungen bezüglich „No Poo“ stark auseinander. Bekanntestes Anti-Beispiel ist die Bloggerin Joycebean, die ihren „No Poo“ Selbstversuch und die Langzeitfolgen bereut. Das Video findest Du am Ende des Artikels.

Bei manchen Hautkrankheiten wird von „No Poo“ abgeraten. Bitte vorab mit dem Dermatologen sprechen, falls Du Hautprobleme hast.

Nichts desto trotz gibt es eine riesen Fangemeinde von „No Poo“ und angeblich gehören auch die Olsen-Twins dazu. Im Internet kursieren Haarpracht-Videos von shampoolosen Rapunzeln, dass ich aus dem Staunen kaum mehr herauskam. Ich musste das einfach ausprobieren.

Wie geht „No Poo“

Frau mit Handtuch auf dem Kopf

Nicht ich!

Es gibt verschiedene Methoden. Ich erkläre kurz die Gängigsten.

Die Vorbereitung

Wenn Ihr vorher viele chemische Shampoos, Conditioner und Kuren verwendet habt, dann solltet Ihr die Chemikalien aus dem Haar waschen. Dazu wird eine Natron-Essig-Spülung empfohlen. Haare mit einem Mix aus 2 TL Natron und 200 ml lauwarmen Wasser spülen. Anschließend die Apfelessig-Spülung aus 200 ml Apfelessig gelöst in 1 l Wasser übers Haar laufen lassen. 

Ich habe vorher bereits BioShampoo verwendet und bin deshalb direkt gestartet. 

Womit waschen?

Es gibt folgende Möglichkeiten die Haare zu waschen:

  • Reines Wasser
  • Roggenmehl (Roggenmehl und Wasser zu einer Pampe mixen und aufs Haar + 10 Min einwirken + ausspülen)
  • Lavaerde (siehe Roggenmehl)
  • Natron (siehe Vorbereitung. Achtung: kann stark austrocknen)
  • Handgeschöpfte Ölseifen

Von den meisten Anwenderinnen wird im Anschluss an die Wäsche eine Apfelessig-Spülung empfohlen, besonders wenn das Wasser sehr hart ist. 

Sonstige Pflege

Kind mit Shampoo im HaarBürsten, bürsten, bürsten. Die berühmten 100 Bürstenstriche sind bei der No-Poo-Methode absolut empfehlenswert. Damit wird der Talg vom Ansatz in die Spitzen transportiert. Somit bleiben die Haarlängen schön geschmeidig, kräftig und glänzend. Dazu solltest Du eine Bürste aus Naturmaterialien verwenden – häufig wird zu Wildschweinborsten geraten. 

Wichtig ist die Bürstenpflege – hier findest Du super Tipps.

Alternativ oder zusätzlich kannst Du auch eine Überkopf-Massage machen. Beuge dazu den Kopf nach unten und massiere die Kopfhaut. Wenn Du das Gefühl hast, dass sich das Fett des Haaransatzes genug auf den Fingern verteilt hat, dann massiere es in die Haarspitzen ein. 

Meine Erfahrung

Ich mache jetzt seit Anfang des Jahres "No Poo" mit Roggenmehl und bin absolut begeistert. Meine Haare sind überhaupt nicht fettig. Das war meine größte Panik. Im Gegenteil, die Haare sind kräftig, glänzend und fliegen nicht. 

Nach dem Waschen mit Roggenmehl und der Apfelessig-Spülung sind immer noch Klümpchen im Haar, die erst beim Kämmen der trockenen Haare verschwinden. Aber dann ist vom Roggenmehl nichts mehr zu sehen. Der Apfelessigduft verfliegt auch, wenn man die Haare offen trocknen lässt. Hier nochmal ein Link zu meinem Video.

Mich überzeugt die Methode zu 100% und ich werde so schnell kein Shampoo etc. mehr kaufen.

Und hier das versprochene Video von Joycebean, die „No Poo“ bereut: 

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  1. Pingback: Gescheitert: No-Poo war gestern - Trippingtribe

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