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Natürliche Antibiotika - Heilmittel abseits der Schulmedizin
Gesundheit

Natürliche Antibiotika – Heilmittel abseits der Schulmedizin

Teile das:

Nachdem ich mich letztes Jahr ausführlich mit dem Thema Grapefruitkernextrakt auseinandergesetzt habe, möchte ich Euch ein paar wirksame natürliche Antibiotika mit an die Hand geben.

Warum natürliche Alternativen zu Antibiotika lebenswichtig sind

Hast Du schon einmal von Antibiotika-Resistenzen gehört? Im Normalfall verschreibt Dir der Arzt bei Erkrankungen, die von Bakterien verursacht werden, ein Antibiotikum. Mandel-, Mittelohr- und Blasenentzündung sollten nach wenigen Tagen passé sein. Im häufiger ist es allerdings so, dass die Medikamente unwirksam sind. Woran liegt das?Ursachen für Antibiotikaresistenz

  1. Zu häufige Einnahme
    • Wenn Du zu oft Antibiotikum verschrieben bekommst, kann Dein Körper resistent dagegen werden. Rund 60% aller Erkrankungen werden mit Antibiotika behandelt, wobei nur in 5% der Fälle tatsächlich eine bakterielle Infektion dahinter steckt. Bei Viruserkrankungen ist ein Antibiotika-Einsatz zwecklos.
  2. Abbruch der Einnahme
    • Wenn Du zu früh aufhörst das Antibiotikum einzunehmen, kann dies ebenfalls zu Resistenzen führen.
  3. Essen von belastetem Fleisch
    • Jährlich werden in Deutschland rund eine Tonne Antibiotika in der Tiermast eingesetzt. Aufgrund der unnatürlichen Haltungsbedingungen in vielen Betrieben verbreiten sich Bakterien besonders zügig. Oft verteilen die Züchter deshalb bereits vorbeugend Penicillin an Hühner und Schweine. Laut BUND wird in der Tierhaltung 40 Mal mehr Antibiotikum pro Jahr verabreicht als in deutschen Krankenhäusern. Wir nehmen das „verseuchte“ Fleisch dann durch unsere Nahrung auf. Im Prinzip passiert das Gleiche wie der zu häufigen direkten Einnahme – wir werden immun gegen die Wirkung.
  4. Mangelnde Hygiene
    • Bakterien, die bereits gegen viele Antibiotika immun geworden sind, verbreiten sich. Dafür ist mangelnde Hygiene beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verantwortlich. Leider scheitert die Umsetzung von Hygienevorschriften häufig am Zeitmangel des Personals. 

Es wird davon ausgegangen, dass jährlich rund 700.000 weltweit an multiresistenten Keimen erkranken und 25.000 Menschen daran sterben. Genau das ist der Grund sich mit alternativen Behandlungsformen bzw. natürlichem Antibiotikum auseinanderzusetzen. 

Welche natürlichen Mittel mit antibiotischer Wirkung gibt es?

Genau wie damals bei meiner Recherche zum Grapefruitkernextrakt, gibt es auch bei allen anderen natürlichen Antibiotika wieder jede Menge Menschen, die auf ein bestimmtes Mittel schwören, die Studienlage ist allerdings oft mau. Ich bin kein Freund von Propaganda – egal ob von Regierung, Pharmaindustrie oder Banken. Allerdings bin ich auch im Grunde ein skeptischer Mensch, was Hausmittel betrifft, weil ich vieles ausprobiert und nur weniges gewirkt hat.

Kolloidales Silber

Kolloidales Silber habe ich zum ersten Mal von einer Bekannten auf Bali gehört. Wer sich jetzt die Mühe machen will zum Thema zu recherchieren, dem sei gesagt – nimmer Dir eine Woche Urlaub – mindestens. Hersteller und Gegner streiten sich und präsentieren mehr oder weniger glaubwürdige Beweise für die jeweilige Meinung. Ich will hier nicht zu detailliert einsteigen, aber kurz meine Erkenntnisse mit Dir teilen.

Was ist Kolloidales Silber?

Kolloidales Silber (lat. argentum colloidale, von griech. kolla – leimartig ) ist ein flüssiges Gemisch aus Silber oder schwer löslichen Silberverbindungen und anderen Bestandteilen. Es wurde von Römern, Griechen und bis ins beginnende 20. Jahrhundert zu Behandlung von Infektionen eingesetzt. Laut chemie.de hat kolloidales Silber die Fähigkeit, im Reagenzglas silberempfindliche Bakterien, Viren und Pilze nach ausreichend langer Einwirkzeit sowie bei ausreichend hoher Silberkonzentration inaktivieren zu können. Bei sehr hoher Konzentration kann es auch zur Abtötung mancher Erreger kommen. Kleine Mengen an Silberkationen haben eine schädigende Wirkung auf lebende Zellen und können den Stoffwechsel mancher Bakterien stören.
Kolloidales Silber schneidet die Erreger von ihrer Nährstoffversorgung ab und macht deren Zellmembranen durchlässig, was schließlich zum Absterben führt (Quelle)

Es gibt eine Studie der TU München, die mich von der Wirksamkeit von Silber überzeugt hat. Darin wird auf den Seiten 23 und 24 auf den nachgewiesenen Nutzen von silberhaltigen Verbänden bei chronischen und infizierten Wunden hingewiesen. Außerdem konnte die Wirkung von Kleidung mit Silberschicht bei einer bestimmten Hautkrankheite bewiesen werden. 

Vorteile:

  • Die meisten Krankheitserreger werden nicht resistent gegen das Mittel
  • Es wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren

Nachteile:

  • Silber lagert sich im zentralen Nervensystem ab und kann auf Dauer zu Beschwerden führen
  • Du wirst zum Schlumpf. Spaß bei Seite – bei extremer Überdosierung besteht die Gefahr der Argyrose. Dabei verfärbt sich die Haut graublau. Die Erkrankung hat sonst keine Symptome, allerdings geht der außergewöhnliche Teint nicht mehr ab. 

Wir sind kaum krank, aber für den Fall, dass es uns doch erwischt, werde ich Kolloidales Silber probieren. Nach der Recherche bekommt es mein „Go“. Hier ein empfehlenswertes Produkt:

Propolis

Hinter dem Begriff Propolis verbirgt sich nichts anderes als der Kit, der Bienenstöcke zusammen hält. Die fleißigen Flieger verkleiden auch Ihre Eingänge mit dem zähen Material, vermutlich auch um eindringende Keime abzuwehren. Der Superkleber besteht aus Baum- und Knospenharze, Pollen, Wachs und ätherischen Ölen (Quelle). Falls Du gegen Pollen etc. allergisch bist, dann ist bei der Anwendung von Propolis vermutlich Vorsicht geboten.

In der Apotheker Zeitung habe ich einen aufschlussreichen Bericht gefunden. Dabei wird wissenschaftliches Erkenntnismaterial präsentiert, das die antimikrobielle Wirkung von Propolis nachweist. Besonders bei  Abszessen und Furunkeln, Entzündungen von Haut und Mundschleimhaut, Schwellungen und Wunden, Katarrhen der oberen Luftwege und fiebrigen Infektionen wird von einem keimhemmenden Effekt gesprochen.

Extrem wichtig für die Wirksamkeit scheint die Verarbeitung von Propolis zu sein. Empfehlenswert sind nur Präparate mit einem „gereinigten und standardisierten Propolis-Extrakt mit konstanten Gehalten an wirksamkeitsmitbestimmenden Inhaltsstoffen von mindestens 5% Flavonoiden und 6% phenylsubstituierten Carbonsäuren.“
Du kannst Propolis je nach Anwendungsgebiet als Tinktur, Kapseln, Salbe und Pulver verwenden.

Hier eine Propolis-Lösung mit einem Anteil von 7,5% Flavonoiden:

Kapuzinerkresse und Meerrettich

Die beiden Gewächse haben eines gemeinsam, nämlich das antibakteriell und antifungal wirkende Senföl. Die Uni Bonn hat besonders bei Harnwegsinfekten positive Resultate erzielt, wenn die Patienten Präparate mit Kapuzinerkresse oder Meerrettich verwendet haben. Die Uni Freiburg bestätigt die Wirkung von Senföl, weil es mehrere Signalwege bei einer Entzündungsreaktion blockieren kann und damit über ein ausgeprägtes anti-entzündliches Potenzial verfügt. Senföl kann sowohl äußerlich beispielsweise als Wickel bei Rheuma und anderen Gelenksentzündungen angewendet werden. Eingenommen als Kapseln wirkt die Substanz antibiotisch, heilend, schmerzstillend und desinfizierend. Die Universitätsklinik Heidelberg fand heraus, dass Kapuzinerkresse und Meerrettich bei leichten Infekten so wirkungsvoll wie Antibiotika sind. 

Aber ist Senföl nur in diesen beiden Pflanzen? Natürlich nicht, auch in Garten-, Brunnenkresse und Raps ist der wertvolle Inhaltsstoff mit Lecithin, Enzymen, Spurenelementen und Vitaminen enthalten. Allerdings ist es so, dass die Senföle in Kapuzinerkresse und Meerrettich besonders hochwertig sind und bevorzugt in der Medizin eingesetzt werden. Die anderen sind eher im Hausgebrauch zu finden. 

Die einzigen apothekenpflichtigen Kapseln heißen ANGOCIN und können zum Beispiel hier bestellt werden. 

Oregano

Eine weitere hochspannende Heilpflanze ist der Oregano. Viele von Euch mögen das Wunderkraut in ihrem Gewürzregal haben. Bei meiner Recherche zu den natürlichen Antibiotika wollte ich ihn schnell abhandeln, dann bin ich aber immer tiefer in das Thema eingetaucht, weil ich es so interessant fand, was in gewöhnlichen Küchenkräuter für Superkräfte stecken. 

Oregano wird auch unter den Namen wilder Majoran und echter Dost geführt. Besonders wertvoll sind die ätherischen Öle, wie Thymol, Carvacrol sowie verschiedene Gerb- und Bitterstoffe, die im Oregano stecken. Sie wirken antibakteriell und gelten als eines der stärksten natürlichen Antibiotika. Die Amerikaner haben hierzu zahlreiche wissenschaftliche Studien (zum Beispiel hier und hier ) veröffentlicht. Gute Behandlungserfolge mit  ätherischen Ölen von Oregano und übrigens auch von Thymian wurden bei Erkrankungen von Lunge und Verdauungssystem erzielt. Ein weiterer Vorteil ist der günstige Preis für das Öl. Der Geschmack ist nicht so der Hit, aber die Wirkung macht das wett.

Eine Nebenwirkung ist, dass Oregano, wenn er in großen Mengen eingenommen wird, blutverdünnend wirkt. Das muss je nach Patient nicht unbedingt von Nachteil sein. Wer Blutverdünner nimmt oder Blutgerinnungsstörungen hat, sollte vor der Einnahme aber auf jeden Fall mit dem Arzt Rücksprache halten. 

Ein empfehlenswertes Produkt findet Ihr hier:

Kurkuma

Während unserer Monate in Indien bin ich nicht umhin gekommen Bekanntschaft mit der sattgelben Knolle zu schließen. Als Pulver kommt Sie ins Essen oder in den aromatischen Chai, aber auch zur Heilung und selbst zu Ameisenbekämpfung wird er eingesetzt. Auf der Suche nach potenten Ersatzprodukten für das klassische Antibiotikum hat Kurkuma auch Einzug in die Forschungsarbeiten westlicher Universitäten gehalten. 

Tatsächlich konnten neben vielen anderen Vorteilen auch antimokrobielle und antientzündliche Wirkungen nachgewiesen werden (Uni-Freiburg). Mindestens 20 Moleküle des Kurkuma sollen dabei antibiotische Effekte haben. Besonders gute Ergebnis werden bei der Behandlung von Harnwegsinfekten und Nierenentzündungen erzielt. Er kann in Form von Goldener Milch oder als Tee eingenommen werden. 

Es gibt das Wundermittel auch hochdosiert in Kapseln zu kaufen:

Die Kraft der Natur

Es gibt noch viele weitere Gewächse, denen eine antibiotische Wirkung nachgesagt wird, zum Beispiel Knoblauch, Ingwer, Süßholzwurzel, Grüntee und Echinacea. Die Studienlage ist mal mehr mal weniger fundiert. Bei allen oben genannten natürlichen Antibiotika ist der Wirknachweis sehr eindeutig, ganz anders als beim Grapefruitkernextrakt. Nur weil ich das GKE kritisiere bedeutet das nicht, dass ich gegen natürliche Heilmittel bin. Ich will lediglich ein Präparat, das zuverlässig ohne Zusätze wirkt und wo auch unabhängige Einrichtungen positive Forschungsergebnisse erzielen. 

Viel wichtiger als Krankheiten zu bekämpfen ist es aber gesund zu bleiben und für ein starkes Immunsystem zu sorgen. Dazu kommen demnächst einige Berichte. 

 

This article has 4 comments

  1. Pingback: Grapefruitkernextrakt - die ganze Wahrheit - Trippingtribe

  2. Martina von Jolinas Welt

    Total spannend, ich muss auch immer die Augenrollen wie leichtfertig Ärzte Antibiotika verschreiben. Ich hatte letzten Winter eine Lungenentzündung über 6 Wochen hat nichts angeschlagen und erst das 3. AB hat gewirkt. Ich selbst nehme kaum AB, aber die Keine waren wohl schon gegen zwei Wirkstoffe immun, dafür verurteile ich Ärzte und Patienten, die AB wie Lutschbonbons behandeln.

    • Julia

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich sehe das ähnlich wie Du. Ich bin nicht gegen die Einnahme von Antibiotika. Das Problem liegt einfach daran, dass Sie so schnell verschrieben und gerne genommen werden. Ich glaube in Deutschland findet da zwar mittlerweile ein Umdenken statt, aber trotzdem wird noch viel zu viel verschrieben und auch über die Nahrung aufgenommen. In Asien ist es noch krasser, da bekommst Du in ganz vielen Supermärkten frei verkäuflich Antibiotika. Dank Vielreisenden wie mir verbreiten sich so natürlich auch resistente Keime gerne über die ganze Welt.

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