Unser Alltag

Pläne, Vegan und Frauenpower

Am Freitag habe ich mich mit zwei Freundinnen vom Studium getroffen. Beide sind nicht auf Facebook. Beide hatten viele Fragen zu mir und meinen/unseren Plänen.

Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich auf Facebook oft mehr Infos preisgebe, als direkt auf meinem Blog. Ganz schön doof und sorry dafür! Hier kommt jetzt also ein update der letzten zwei Wochen bei Familie Trippingtribe.

Pläne, Vegan und Frauenpower

Unsere Pläne

Starten wir mal damit, worüber sich mein Umfeld derzeit am Meisten erkundigt: Unsere Indien-Pläne.

Mein Mann ist seit etwas über einem Monat im Süden Indiens, genauer gesagt in einem kleinen Ort 50 km von Mysore entfernt.

Dort lebt er bei einem indischen Freund, den er bereits einige Jahre kennt. Der indische Freund hat, zusammen mit seiner deutschen Ex-Frau, Farmland gekauft. Sie wollten eine Bio-Farm mit Ayurvedazentrum aufbauen. Tja, die Ehe wurde im November geschieden und der Freund saß einsam auf seinem Stück Land. 

Mein Mann hat sich die Farm und die Situation vor Ort angeschaut und wir haben entschieden, dass es sich dort mit Kind gut aushalten lässt. Wir haben verschiedene Pläne für die nächsten Jahre.

Ich werde versuchen meine Arbeit als freiberuflicher Texter auszubauen, außerdem schließe ich bald die Weiterbildung zum Englisch-Lehrer ab. Das Geld, das ich bisher damit verdiene reicht in Deutschland nicht zu Leben. Indien hat natürlich ganz andere Kosten, vor allem, wenn wir günstig bei einem Freund unterkommen können. 

Wir wollen gerne länger in Asien und vor allem Indien bleiben, weshalb ich mich für ein 5-Jahres-Visum beworben habe. Ich möchte im Moment unsere Pläne nicht im Detail erzählen, weil es noch einige Unklarheiten und Herausforderungen gibt. Aber es ist definitiv geplant Deutschland bald zu verlassen und dann ein ganz anderes Leben zu leben. 

Sobald sich einige Dinge geklärt haben, werde ich auch mehr dazu schreiben. 

Vegan

Seit Aschermittwoch habe ich mich vegan und zuckerfrei ernährt. Das Experiment sollte bis zum Ende der Fastenzeit gehen. Ich muss Euch gestehen, ich habe abgebrochen. Und das obwohl ich die vegane Lebensweise so toll finde. Ich habe Schuldgefühle und versuche mir die Sache schön zu reden. 

Unsere Hippo isst zur Zeit nur, wenn ich immer wieder ihr Essen probiere. Da ich sie nicht auf vegane Ernährung umgestellt habe, fing ich an immer wieder ein paar Löffel Joghurt etc. von ihr zu essen.

Dann kam die Entscheidung, dass wir wahrscheinlich relativ kurzfristig nach Indien gehen. Ich war bei Lidl und sah meinen allerliebsten Lieblingsjoghurt und dachte – wenn Du jetzt bald weg gehst, dann kannste den nie mehr essen. Und ich habe ihn gekauft. Dann hatte ich am Wochenende Besuch und wir redeten über eine gemeinsame Leibspeise „Shakshuka“. Wir habe also Eier gekauft und lecker Shakshuka gekocht. 

Genauso ging es mir übrigens mit dem Zucker. Ich hatte vegane Freunde zum Frühstück und wusste, dass sie gerne Lupinen-Joghurt essen. Ich weiß auch, dass in dem Joghurt viel Zucker steckt. Gekauft habe ich ihn für die Gäste, probiert hab ich ihn trotzdem. Das vegane Lupinen-Eis mit extra viel Zucker habe ich auch noch mitgenommen. Das gab es nur für mich und meine Tochter. Ja, ich fühle mich mies. 

So, und jetzt hört mal her. Ich weiß, dass es Euch bestimmt genauso geht. Ihr nehmt Euch Dinge vor, zieht sie eine Zeit lang knallhart durch, findet sie super, brecht dann ein und fallt wieder in alte Gewohnheiten zurück. Dann fühlt Ihr Euch schlecht und als Versager, richtig? 

Seid nicht so hart mich Euch. Lasst Rückfälle zu, vergebt Euch dafür und gebt nicht auf. Ich sehe das beim Zucker. Meine zuckerfreien Phasen werden automatisch immer länger und die Rückfälle immer weniger schlimm. Bei den ersten Ausrutschern war es noch so, dass ich dachte – jetzt ist es auch schon egal und habe mir doppelt und dreifach Mengen an Zucker rein gehauen habe.

Mittlerweile passiert das nicht mehr, weil ich nach ein paar Tagen merke, wie schlapp ich bin und wie viel schlechter meine Verdauung ist. Mir geht es soviel schlechter, dass ich gerne wieder auf Zucker verzichte. 

Genauso wird es mit tierischen Produkten sein. Ich hatte viel mehr Energie und weniger Hunger ohne tierische Produkte. Deshalb bin ich immer noch nicht Stolz auf den Rückfall, aber ich sehe mich und verstehe mich. Es ist okay, es ist wie es ist. 

Frauenpower

Auch darüber habe ich bereits auf Facebook gepostet.

In letzter Zeit tummeln sich starke Frauen in meinem Leben. Ich hatte eine wunderbare vegane Familie zu Besuch, traf mich mit den beiden Power-Ladies aus meinem Studium und hatte eine tolle Seelenfreundin aus der Schweiz zu Besuch. Heute war ich noch mit einer ehemaligen Schulfreundin und ihrem Baby auf einem ausgedehnten Waldspaziergang. 

2012 lernte ich die großartige Elisabeth in Indonesien kennen. Elisabeth ist Psychologin, diplomierte Shiatsu-Praktikerin, Kundalini Yogalehrerin, Tanzpädagogin und einfach ein ganz besonderer Mensch. Wir hatten sofort eine tiefe Verbindung. Und eines Tages sagte Elisabeth, dass sie gerade von so viel schöner Frauenenergie umgeben sei und das ganz wunderbar fände. 

Ich konnte damals mit Frauen wenig anfangen. Ich konnte irgendwie keine Verbindung herstellen. Elisabeths Satz mit der Frauenenergie hat mich irritiert und ist mir deshalb so sehr hängen geblieben. Mir ist in dem Moment als sie den Satz gesagt hat, meine Einstellung zu Frauen aufgestoßen. Ich hatte ein wirklich schlechtes Bild von Frauen, dabei bin ich selbst eine. 

Über die nächsten Jahre hinweg hatte ich immer wieder tolle Erlebnisse und Begegnungen mit umwerfenden Frauen und immer wieder musste ich dabei an Elisabeth und ihren Satz denken. Und zur Zeit sind mir Beide wieder besonders präsent. 

Ich ziehe so viel Energie aus diesen Begegnungen in letzter Zeit. Es waren Frauen darunter die ziemlich exakt so denken wie ich und es waren Frauen darunter, die komplett anders leben. Aber trotzdem passt es und trotzdem konnten wir uns verbinden. Ich fühle mich so viel stärker und bewusster und bereicherter, seitdem ich diese Treffen hatte. Wir Frauen habe eine so tiefe und großartige Macht in uns. Wir können die Welt retten, wenn wir aufhören uns gegenseitig zu bekriegen. Wir können die Welt retten, wenn wir anfangen uns zu lieben.