Reisen

Städtereise mit Baby?

Am Wochenende haben wir unsere erste Städtereise mit Baby unternommen. Hippo ist jetzt 11 Wochen alt und wir sind für 2 Nächte ins 100 km entfernte München gefahren. Über Vorbereitungen, An- und Abreise und den Aufenthalt will ich Euch hier berichten.

Städtereise mit Baby

  1. Die Vorbereitungen:
    Mit Baby muss vorab einiges geplant und gepackt werden. Zur Sicherheit habe ich ein Hotel gebucht, damit wir nicht lange nach einer Unterkunft suchen müssen. Fragt ein Babybett an, das kann nicht schaden!
    Ich habe eine Packliste für Reisen mit Baby erstellt, die könnt Ihr Euch ausdrucken und abhaken. Was wäre das Leben ohne „To do“-Listen?
  2. Die An- und Abreise:
    Wir sind mit dem Auto gefahren, weil wir auf diesem Weg viel mehr Schnickschnack mitnehmen konnten. Natürlich haben wir die Hälfte nicht gebraucht. Hippo schläft beim Fahren immer, also insgesamt die entspannteste Art des Reisens für uns.

    Leider gab es bei der Abreise ein kleines Planungsproblem. Vor lauter Frühstücken, Aus-Checken und Auto bepacken, habe ich völlig die Zeit übersehen. Gerade als wir die Parkgarage verließen, fing Hippo an zu plärren was das Zeug hält.

    Sie hatte Hunger und auch die Windel hat irgendwie ein Leck – jedenfalls war die Hose nass und die Stimmung gekippt. Wir hielten kurzentschlossen am Straßenrand – ja, ich habe das Schild mit der Feuerwehrzufahrt gesehen – aber genau deshalb war hier eine Parkmöglichkeit! Also schnell die Windel gewechselt und gestillt. Hey, ich kann mittlerweile auf meinem Schoß Windeln wechseln!fotor_Julia Munich3
    Die „nette“ Polizistin steckte mir den 35-Euro Strafzettel erbarmungslos durchs Fenster und stampfte pissig davon. Ich dachte schon, dass man bei einer stillenden Mutter im Auto mal ein Auge zudrücken könnte.
  3. Der Aufenhalt:
    Der Besuch auf dem Tollwood hat genau 15 Minuten gedauert – der Weg vom Hotel dahin fast eine Stunde. Eine riesige Menschenmasse hat das Durchkommen mit unserem Uralt-Kinderwagen unmöglich gemacht.fotor_(26) fotor_Julia Munich4

    Also kurz einen Flammkuchen gegessen und ab in ein Wirtshaus. Hier passierte mein erstes öffentliches Stillen.
    Vor wenigen Monaten hätte ich dafür Frauen noch öffentlich gesteinigt. Naja, nicht ganz, aber ich fand es immer unmöglich, wenn die Damen überall die Brüste herausholen und füttern. Ich habe zumindest mit einer kuscheligen Yak-Decke* das Nötigste bedeckt und mich in eine dunkle Ecke verzogen. Es hilft ja nichts, wenn das Baby Hunger hat.Die öffentlichen Verkehrsmittel in München machen es Müttern nicht gerade leicht! Sie verstecken ihre Aufzüge echt gekonnt! Diese Aufzugsucherei war wirklich nervig und hatte ich vorab nicht bedacht. 

    Auch viele Cafés und Restaurants sind nur über Stufen erreichbar. Den Kinderwagen hochhiefen ist zu Zweit noch machbar ist, aber Alleine echt eine Tortur.

Hotel vs. Hostel

Die erste Nacht verbrachten wir im Hotel Tessin, die Zweite im Jaeger´s Munich.

Hotel Tessin

Das Hotel Tessin war unsere erste Unterkunft. Es liegt im Stadtteil Laim und befindet sich nur wenige Meter von der S-Bahn entfernt. Die Lage ist ok, wenn auch mit Kind nicht 100% optimal, weil es in direkter Umgebung nicht viele Möglichkeiten für abends gibt. Somit muss entweder nochmal in die Stadt fahren, oder auf dem Zimmer bleiben.

Das Personal ist sehr freundlich und aufmerksam, man fühlt sich von Anfang an wohl. Die Zimmer sind klein und einfach ausgestattet, aber bieten alles, was man braucht. Das Badezimmer konnte nicht geheizt werden und hatte eine Lüftung nach draußen durch die kalte Luft hereinzog. Es war schweinekalt im Bad – nichts für Kinder oder Babys.

Das Frühstück bot eine gute Auswahl und war völlig in Ordnung. Der Kaffee war gut, allerdings ist der Kaffeeautomat eine Herausforderung, aber das Personal hilft auch hier gerne weiter.

Jaeger´s Hostel München

Die zweite Nacht verbrachten wir im Jaeger´s Hostel München. Das Hostel liegt sehr zentral beim Hauptbahnhof. Man kann fußläufig viel unternehmen und ist nicht zwingend auf die Bahn angewiesen.
Wir hatten ein Vierbettzimmer mit zwei Stockbetten. Für Paare nicht zu empfehlen, weil keine Romantik aufkommen kann. Für frisch gebackene Eltern ok, weil sowieso keine Romantik existiert. Das Bad war super sauber und modern ausgestattet. Die Betten quietschten, am Fenster war etwas Schimmel. Im Zimmer war ein kleiner Tisch und Stühle.

Das Frühstück war der Hit, super Auswahl für ein Hostel. Schöne Frühstücksräumlichkeit und nettes Personal.

Ich liebe Hostels und mag die Atmophäre. Geht auch gut mit Kind und lässt Backpackerfeeling aufkommen!

 

fotor_Julia Munich5

FAZIT: Das Reisen mit Baby ist echt anstrengend, obwohl wir ein sehr braves Kind haben. Planung ist alles und die Wahl des richtigen Hotels macht vieles einfacher. Nehmt Euch nichts vor und seid zu spontanen Aktionen bereit. Wir haben nicht gesehen, was wir geplant hatten, dafür waren wir an Orten, die wir ohne Kind nie besucht hätten. Obwohl ich teilweise ein wenig gefrustet war, hat es doch insgesamt viel Spaß gemacht!